Linux und Open Source Software - ein Blick über den Tellerrand ist nötig
Geschichte
Linux ist ein hochstabiles, sehr schnelles, dem Unix ähnliches Betriebssystem. Es wird seit Anfang der 90er Jahre von einer Gemeinschaft technikinteressierter Menschen aus aller Welt über das Internet gemeinsam programmiert und wird unter der GNU General Public License als Open Source Software kostenfrei verteilt. Gebündelt mit unzähligen Erweiterungsprogrammen wie Grafiksoftware, Officepaketen, Multimediaprogrammen usw wird Linux in so genannten Distributionen paketiert, die gratis aus dem Internet geladen werden können. Das heisst, Linux und die meisten Programme die dafür existieren sind de facto "gratis". Es wird weltweit von mehreren Millionen Leuten, Organisationen und Firmen benutzt, von einigen zehntausend Programmierern gewartet und laufend weiter verbessert.
Argumente für Linux:
- sehr sichere Plattform
- ressourcenschonend, daher schnell
- freie Software (keine Kosten)
- alternativ & innovativ
- multinetzwerkfähig
- multiuserfähig
- standardkonform
- volle Braille Unterstützung (Blindenschrift)
- sehr weit konfigurierbar
- verschiedeste grafische Oberflächen verfügbar
- sehr hohe I/O Leistung (Input/Output ist vor allem bei Servern wichtig)
- fast keine Viren/Malware oder ähnliche Angriffe gegen Linux-Maschinen
- einfache Installation und Konfiguration
- kann gemeinsam mit Windows™ auf einem Computer koexistieren
- freier Support und Unterstützung durch die Internet-Community
- In Brüssel findet das Thema freie Software zunehmend in der Wirtschaftsförderung Beachtung.
Mögliche Probleme mit Open Source Software:
Programmangebot
Das Softwareportfolio für Linux ist bei den neuesten Computerspielen oder Spezialsoftware wie
Maschinensteuerungsprogrammen in der Industrie, Telebankingapplikationen, Finanzsoftware wie etwa
Buchhaltungsprogrammen für das österreichische Steuerrecht und dergleichen deutlich eingeschränkt. Das Programmangebot für Microsoft® Windows™ ist im Vergleich dazu einfach riesig. Es gibt praktisch
keinen Bereich für den es nicht gleich mehrere Programme gibt.
Für Standardanwendungen ist das Programmangebot unter Linux aber durchaus als sehr gut zu bewerten.
Hardwareunterstützung
Fast alle Hardwarehersteller bieten für ihre Geräte lediglich Windows™ Treiber an.
Die Unterstützung für Linux lässt anfangs sehr zu wünschen übrig. Treiber für neue
Hardware müssen von den Programmierern der Linux-Community erst geschrieben werden.
Man kann davon ausgehen, daß neue Hardware im Schnitt erst nach einigen Wochen bis etwa
einem halben Jahr voll unterstützt wird.
Fachkenntnis
Zur höheren Systemadministration die über den Betrieb eines "Internet/Multimedia-Heimcomputers" hinausreicht - wie zum Beispiel für multifunktionale Server, Hochverfügbarkeit, Clustering, Sicherheitskonzepte und dergleichen - ist breites fundiertes Fachwissen nötig. Und das kann sich in höheren Supportkosten bemerkbar machen.
Versionsvielfalt
Erneuerungen und Verbesserungen werden so häufig herausgegeben, daß die Versionsdichte nahezu unüberschaubar ist. Daraus können sich Kompatibilitätsprobleme ergeben, die zur Lösung grosses Fachwissen erfordern und einen "normalen" Anwender leicht überfordern können.










